Heimatdienst-Fahrt

Der Heimatdienst in St. Gallen und Friedrichshafen

 

Ein Kurzbericht über die Heimatdienst Tagesfahrt am 6. Oktober 2013 nach St. Gallen zum Stiftsbezirk, einer Fährüberfahrt von Romanshorn nach Friedrichshafen und einer dortigen Kaffeepause.

Fahrt

Eine gut gelaunte Gruppe von 44 Heimatdienstlern und Gästen fuhr bei nebligem Wetter um Punkt 8 Uhr in Sonthofen los. Die ganze Gruppe war richtig pünktlich, und das blieb auch den ganzen Tag so! Am Alpsee vorbei, über Weiler, Bregenz und St. Margarethen erreichten wir etwas vor der Zeit St. Gallen, so dass wir noch etwas auf unsere Stadtführerinnen warten mussten. Diese Zeit haben wir dann gleich zu folgendem Gruppenfoto genutzt:

Gruppenbild

St. Gallen

Die Stadt St. Gallen ist durch das Kloster eng mit Sonthofen verbunden. Die Pfarreien bis ins Tannheimer Tal gehörten früher zur Diözese St. Gallen. St. Gallen hat seinen Namen vom irischen Mönch Gallus, der an dem Ort wo heute St. Gallen liegt, am Flüsschen Steinach im Jahre 612 seine Klosterzelle baute. Zuvor war er mit seinen Mitbrüdern bereits in Bregenz gewesen und hatte dort missioniert. Während diese weiter in Richtung Italien zogen, blieb Gallus krankheitsbedingt an der Steinach hängen. Aufgrund kluger Äbte wuchs das Kloster St. Gallen kräftig und wurde zu einem Machtzentrum in der Mitte Europas.

Sonthofen verdankt seine erste Erwähnung im Jahr 839 einer Urkunde, mit der ca. 1 Hektar Land von einer Isanbirg an das Kloster St. Gallen geschenkt wird. Diese Urkunde ist immer noch erhalten und wird im Klosterarchiv aufbewahrt.

Erklärungen

Wir hatten zwei richtig gute Führerinnen: Frau Hufenus (siehe Bild oben) und Frau Nydegger. Sie wussten nicht nur sehr viel (alles?) über St. Gallen, seine Geschichte und den Stiftsbezirk, sondern konnten es auch sehr gut vermitteln. Es gab niemanden in den zwei Führungsgruppen, der davon nicht angetan war.

 

Stiftsbibliothek

Auf dem kurzen (aber schnellen) Weg durch die St. Galler Altstadt konnten wir zahlreiche Erker bestaunen. Diese waren früher ein Zeichen von Reichtum und dienten als Statussymbol. Man sah halt auf die anderen herunter. Jeder Erker erzählt auch eine Geschichte. Dieser hier, zum Beispiel, soll die Weitgereistheit des Besitzers dokumentieren (durch die Weltkugel). St. Gallen wird auch als "Stadt der Erker bezeichnet".

 

Stiftsbibliothek

Hier sind wir in der wunderbaren Stiftsbibliothek, die laut Führerin wertvoller ist als die des Vatikans, weil alles selbst in St. Gallen hergestellt worden sei, und das zum Teil auch noch viel älter sei als die Bücher des Vatikans. Wir erfuhren, wie kostbar Bücher in früheren Zeiten gewesen seien, wieviele Schafe oder Ziegen (Häute für die Seiten) und Zeit man dafür brauchte. So brauchte man eine ganze Herde für ein mittlerers Buch. Auch die Breite des Randes gibt zum Beispiel Aufschluss über den Reichtum des Bestellers. Je breiter, desto mehr Haut wurde gebraucht. In der Stiftsbibliothek finden sich die ältesten (auch wörtlichen) Übersetzungen der Bibel von Lateinisch ins Deutsche. Es gäbe so viel zu erzählen... Da gibt´s nur eins: Fahren Sie hin und sehen es sich an!

 

Stiftskirche

Was wäre der Stiftsbezirk ohne seine Basilika? Die Kirche ist riesig, wurde aus Machtdemonstration so gross wie möglich gebaut. Sie hat die Form eines Kreuzes mit einer Zentralkuppel. Die Kirche ist unten recht einfach gehalten, um nach oben hin (in Richtung Himmel) immer prachtvoller zur werden. Die Deckengemälde waren schon immer so dunkel, Absicht damit die Kirche nicht überladen wirken sollte. Die Basilika beherbergt auch die älteste bekannte Blechglocke Europas aus der zeit von Gallus.

Wir suchten etwas zum Essen. Zum Verzweifeln: Die Innenstadt der 70.000 Einwohnerstadt war Sonntag mittags wie ausgestorben. Keine Bratwurstbude auf! Von uns hatten sich viele schon auf die legendäre St. Galler Bratwurst gefreut. Und dann fing es auch noch zu regnen an, Zeit für die Weiterreise nach

Friedrichshafen

Nach einer kurzen Fährüberfahrt erreichten wir bei schönstem Wetter Friedrichshafen. Hier konnte jeder nach seinem Gusto verfahren. Manche hatten nun einen Riesenhunger, manche andere bevorzugten etwas Bewegung während wieder andere sich noch das Zeppelinmuseum gleich neben dem Anleger gönnten.

Friedrichshafen

Während manche einen Spaziergang zum Schloss machten...

 

Kaffeetrinken

... bevorzugten andere einen gemütlichen Kaffee in der Sonne.

 

Pünktlich um 17 Uhr ging es wieder heimwärts über Lindau, Isny und Waltenhofen. Lauter zufriedene Mitfahrer stiegen in Sonthofen aus dem Bus, hatten wir doch mit Georg Dusch wieder eine angenehme und sichere Fahrt gehabt, das Wetter hatte weitestgehend mitgespielt und wir hatten wieder alle gesund mit nach Hause gebracht.

Bilder und Text: Stefan Kracker, 2013, Heimatdienst Sonthofen